Erneuerbare Engergien sind machbar
Eva Sassen lädt zum Teeee. Wie der etwas ungewöhnliche Name schon andeutet, geht es mitnichten um einen gemütlichen Plausch über Promis und Royals bei Mürbegebäck und warmen Aufbrühgetränken. 'Teeee' steht für Treffpunkt Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Klimaschutz ist eines der wichtigsten politischen Themen der Zeit, und Eva Sassen, die für das Bürgerforum im Rat sitzt, will in Delmenhorst in diesem Bereich endlich etwas bewegen.
Aus Sonne, Wind und Getreide lässt sich Strom gewinnen – wichtige Komponenten, um den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Ratsfrau Eva Sassen möchte in Delmenhorst die Klimawende voranbringen; eine wichtige Voraussetzung dafür wäre die energetische Sanierung vieler Gebäude
'Die Idee', sagt Eva Sassen und nimmt bei hochsommerlichen Temperaturen keinen Tee, sondern ein kleines gemischtes Eis zum Gespräch, 'die Idee kam mir in Hamburg. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hatte ins Foyer der Kunsthalle geladen, wo Leute aus dem Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz versammelt waren. Es war rappelvoll - und alle haben miteinander geredet', sagt die Diplombiologin.
Gute Beispiele vor der Haustür
Aber man muss gar nicht so weit schauen. In Bremen werden die Protagonisten des Klimaschutzes über den 'Energiekonsens' zusammengeführt, in Oldenburg gibt es große und kleinere Projekte, zum Beispiel das Oldenburger Energiecluster 'OLEC', in dem vor allem Firmen, die sich mit zukünftigen Energieformen beschäftigen, vertreten sind. Oder das Kompetenzzentrum Bauen und Energie 'Kobe', wobei es dort um CO2-Einsparungen vor Ort durch Altbausanierung oder den Bau von Passiv- oder Nullenergiehäusern geht und auch sanierungs- oder bauwillige Bürger beraten werden.
So etwas will Eva Sassen nun auch für Delmenhorst und den Landkreis Oldenburg ins Leben rufen. Allerdings will sie nicht nur Industrie, Gewerbe und Handwerk miteinander ins Gespräch bringen. Sie will auch gleich den Kunden dabei haben, der konkrete Projekte plant und dann beim Teeee ganz gezielt Ansprechpartner findet. 'Das ist aber auch spannend für alle Betriebe selbst', sagt Eva Sassen.
Deswegen könnte sie sich in einem weiteren Schritt auch vorstellen, Schulungen für Mitarbeiter einzelner Betriebe anzubieten. 'Die Mitarbeiter können danach ein Energiekonzept für ihre Firma aufstellen, sie sind sozusagen die Energiebeauftragten ihres Unternehmens.' In dem Zusammenhang verweist sie auf einen Aufsatz von Werner Schnappauf, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie und somit per se jeglicher ökoromantischen Anwandlungen völlig unverdächtig. Schnappauf spreche mit Blick auf seine eigene Klientel davon, endlich 'den schlafenden Riesen zu wecken', also gerade dem Arbeitsfeld Energieeffizienz im Gebäudebereich mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Das ist deswegen wichtig, falls Deutschland bis 2050 seinen Kohlendioxid-Ausstoß tatsächlich halbieren möchte. Fast alle Umweltexperten sind sich einig, dass dafür Gebäudesanierungen allein wegen des großen Bestands von Altbauten von immenser Bedeutung sind. Und es gibt viele Möglichkeiten, den Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden langfristig zu drosseln. 'Wenn ich heute eine gescheite Wärmedämmung mache, habe ich in den nächsten 40 Jahren etwas davon', sagt Eva Sassen. Und ganz nebenbei ist eine solche Initiative nicht nur gut für das Klima, schließlich profitieren von den Aufträgen überwiegend Handwerksbetriebe aus der Region - was Arbeitsplätze sichert und neue schafft.
Der 1. Teeee in Delmenhorst ist geplant für Mittwoch, 11. August, 19.30 Uhr, bei Schierenbeck in Heidkrug. Infos unter der Telefonnummer 04221/490390 oder online unter der Adresse www.ee-ee.de.
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